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08.09.2019

Change

Die Welt verändert sich, und viele Unternehmen spüren, dass auch sie sich bewegen müssen. Doch Change zu wollen ist einfacher, als Change zu leben. Woran Veränderungsprozesse häufig scheitern und wie es klappen kann, erklärt Gundula Pally von Kerkhoff Consulting.

Was Unternehmen verändern wollen: Digitalisierung ist aktuell das große Thema – wirklich überall. Die Betriebe wollen effizienter werden und so viele Abläufe wie möglich automatisierten. Neu ist nun, dass diese Anforderung nicht nur einzelne Abteilungen betrifft, sondern die gesamte Wertschöpfungskette.

Warum Veränderung oft schwerfällt: Weil die Change- Prozesse mittlerweile das gesamte Unternehmen betreffen, sind sehr viele Mitarbeiter involviert. Das macht es extrem komplex. Zudem starten viele Betriebe aus einer ungünstigen Position, da sie auf dem Weg zu einem effizienten und digitalen Prozess ihre Hausaufgaben vernachlässigt haben. Die Lücke zwischen dem Ziel und dem Ist-Zustand klafft oftmals ganz gewaltig.

Wie man die Mitarbeiter an Bord holt: Damit Change- Prozesse gelingen können, braucht es ein Bewusstsein der Belegschaft für die Notwendigkeit und dann volles Commitment. Die Mitarbeiter müssen erkennen, welche Auswirkungen ihr Tun auf die ganze Lieferkette hat. Wirklich alle Beteiligten der Wertschöpfungskette müssen am Soll-Prozess arbeiten. Das ist natürlich auch eine kulturelle Herausforderung, da Mitarbeiter unterschiedlicher Units und Funktionen zusammenarbeiten und sich öffnen müssen.

Wie man Verständnis für Change schafft: Eine Simulation der Unternehmensabläufe – zum Beispiel mithilfe einer Lernfabrik – kann spielerisch zeigen, was die anderen brauchen, was man selbst tun kann und wie sich welche Maßnahmen auswirken. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter auf diese Art involvieren, erkennen sie leichter, was sich ändern muss, und sind viel eher bereit mitzuziehen.

Woran die Prozesse häufig scheitern: Oftmals wird Change zu klein gedacht: Nur ein einzelner, kleiner Bereich soll reformiert werden, oder es werden wesentliche Schnittstellen ausgeblendet. Genauso falsch sind aber auch völlig überzogene Erwartungen oder ein unrealistisches Timing. Der allergrößte Fehler: die Mitarbeiter zu übergehen und sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Wann der Prozess gelingt: Erfolgreich ist Change dann, wenn er alle Abläufe transparent macht und die Zusammenarbeit nachhaltig fördert. Es geht nämlich nicht zuletzt darum, sich immer wieder zu hinterfragen. Dafür muss eine Kultur der Offenheit geschaffen werden. An ihrer Spitze sollte übrigens immer die Geschäftsführung stehen. Steht der Chef nicht dahinter, wird garantiert jeder Prozess scheitern! Fehlt die Überzeugung, spüren das auch die Mitarbeiter und grenzen sich ab.

Interview Stephan Strzyzowski
Die Wirtschaft

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